#Gesundheit & Regeneration

Gasteiner Heilstollen: Erholung im Berg erleben

aktualisiert am
Der Gasteiner Heilstollen im Überblick
  • Ort: Radhausberg bei Bad Gastein im Gasteinertal
  • Besonderheit: Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und natürliches Radon
  • Einfahrt: mit dem Stollenzug rund 2 Kilometer in den Berg
  • Dauer im Therapiebereich: rund 60 Minuten, bei Kennenlern-Einfahrten kürzer
  • Geeignet für: Gäste, die eine Kur, einen Gesundheitsurlaub oder eine medizinisch begleitete Schmerztherapie in Gastein planen.
  • Wichtig: Vor einer Therapie-Einfahrt erfolgt eine medizinische Abklärung vor Ort.

Was den Heilstollen in Gastein so besonders macht

Gastein ist seit Jahrhunderten für sein Thermalwasser und seine lange Kurtradition bekannt. Der Gasteiner Heilstollen ergänzt diese Tradition um eine Therapieform, die tief im Berg stattfindet. Dadurch unterscheidet sich die Erfahrung deutlich von einem klassischen Thermen- oder Wellnessbesuch.

Im Heilstollen in Bad Gastein wirken mehrere Faktoren zusammen: die natürliche Wärme im Berg, eine hohe Luftfeuchtigkeit und das Edelgas Radon. Diese spezielle Kombination wird als Radontherapie bezeichnet und medizinisch begleitet eingesetzt.

Für viele Gäste ist schon die Atmosphäre außergewöhnlich. Die Einfahrt mit dem Stollenzug, die zunehmende Wärme und die Ruhe im Berg machen den Aufenthalt zu einem Erlebnis, das man nicht jeden Tag hat.

Einfahrt in den Stollen: So läuft der Besuch ab

Eine Einfahrt in den Gasteiner Heilstollen beginnt nicht direkt im Berg, sondern im Kurhaus. Nach der Anmeldung werden Gäste medizinisch untersucht. Bei der ersten Einfahrt gibt es zusätzlich eine Einführung, in der Ablauf, Wirkung und Verhalten im Stollen erklärt werden.

Vor der Einfahrt empfiehlt es sich, ausreichend Wasser zu trinken. Danach geht es mit dem Stollenzug rund zwei Kilometer waagrecht in den Berg hinein. Schon während der Fahrt steigt die Temperatur spürbar an. Auch die Luftfeuchtigkeit nimmt zu.

Im Therapiebereich liegen die Gäste auf Liegen und lassen die Wärme auf sich wirken. Die genaue Station hängt von der individuellen Verträglichkeit ab. Wer den Heilstollen noch nicht kennt, startet meist mit einer Kennenlern-Einfahrt oder einer milden Station.

 

Für die Einfahrt sollten Sie mitbringen:

  • Handtuch
  • Bademantel
  • Badebekleidung
  • Badeschuhe
  • Trinkwasser oder Trinkflasche

 

Gut zu wissen: Handtuch, Bademantel und weitere Utensilien können gegen Gebühr auch vor Ort ausgeliehen werden.

Die Stationen im Heilstollen

Je weiter es in den Berg hineingeht, desto intensiver werden Wärme und Luftfeuchtigkeit. Die einzelnen Stationen unterscheiden sich deshalb spürbar. Für Neulinge ist meist die mildere Station geeignet, während erfahrene Gäste sich schrittweise an intensivere Bedingungen herantasten.

Die Stationen im Gasteiner Heilstollen auf einen Blick:

  • Station I: 1.888 m im Berg, 37 °C, ca. 75 % Luftfeuchtigkeit
  • Station I a: 1.988 m im Berg, 39 °C, ca. 80 % Luftfeuchtigkeit
  • Station II: 2.088 m im Berg, 40,5 °C, ca. 85 % Luftfeuchtigkeit
  • Station III: 2.183 m im Berg, 41 °C, ca. 95 % Luftfeuchtigkeit
  • Station IV: 2.238 m im Berg, 41,5 °C, ca. 100 % Luftfeuchtigkeit

Gut zu wissen: Die Bedingungen im Stollen sind je nach Station unterschiedlich intensiv. Deshalb prüft ein Arzt vor Ort, welche Station zu Ihnen passt.

Radontherapie: Was versteht man darunter?

Die Radontherapie in Gastein basiert auf einer Kombination aus Radon, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Das Edelgas Radon kommt im Heilstollen natürlich vor und wird während des Aufenthalts über Haut und Atmung aufgenommen.

Viele Gäste interessieren sich für den Gasteiner Heilstollen, weil sie nach einer ergänzenden Möglichkeit zur Schmerzlinderung suchen. Besonders häufig wird die Therapie im Zusammenhang mit Erkrankungen des Bewegungsapparates, Atemwegserkrankungen oder Hauterkrankungen eingesetzt.

Wichtig dabei: Der Heilstollen ersetzt keine ärztlich abgestimmte Behandlung. Er kann jedoch im Rahmen einer medizinisch begleiteten Kur in Gastein eine ergänzende Option sein.

Die Geschichte des Heilstollens: von der Goldsuche zur Schmerztherapie

Die Geschichte des Gasteiner Heilstollens ist eng mit dem Bergbau verbunden. Bereits im 14. Jahrhundert wurde im Gasteinertal Gold und Silber abgebaut. Im Jahr 1557 erreichte der Bergbau mit 830 kg Gold und 2.723 kg Silber einen historischen Höhepunkt.

Später sanken die Erträge, und 1865 schloss das letzte staatlich betriebene Bergwerk. Erst 1938 wurde wieder ein neuer Stollen in den Radhausberg geschlagen. Dabei entdeckte man im Berginneren keine neuen Edelmetalle, sondern ein besonderes Klima: rund 40 °C warme Luft und einen erhöhten Radongehalt.

Bergarbeiter berichteten damals, dass sich rheumatische Beschwerden, Gelenksprobleme, Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen während der Arbeit im Stollen besserten. Aus diesen Beobachtungen entwickelte sich Schritt für Schritt die heutige Heilstollen-Therapie.

Für wen der Heilstollen interessant sein kann

Der Gasteiner Heilstollen ist vor allem für Menschen interessant, die einen medizinisch begleiteten Gesundheitsurlaub in Gastein planen. Viele Gäste kommen wegen chronischer Beschwerden, rheumatischer Erkrankungen oder Schmerzen des Bewegungsapparates ins Tal.

Auch Menschen mit bestimmten Atemwegs- oder Hauterkrankungen interessieren sich für eine Kur im Gasteinertal. Ob eine Therapie-Einfahrt geeignet ist, hängt jedoch immer von der persönlichen gesundheitlichen Situation ab. Deshalb ist die medizinische Untersuchung vor Ort ein wichtiger Bestandteil des Aufenthalts.

Schon gewusst? In vielen Fällen kann eine Kur oder ein Therapieaufenthalt ganz oder teilweise von der Krankenversicherung unterstützt werden. Voraussetzung ist in der Regel eine medizinische Begründung.

Gesundheitsurlaub in Gastein: Heilstollen, Therme und Erholung verbinden

Ein Besuch im Gasteiner Heilstollen lässt sich gut mit einem Gesundheitsurlaub in Gastein verbinden. Viele Gäste nutzen die Einfahrt in den Berg als Teil einer bewussten Auszeit – kombiniert mit Thermenbesuchen, leichter Bewegung und ruhigen Momenten im Gasteinertal. So wird aus einem klassischen Wellnessurlaub eine Erholungspause mit Gesundheitsfokus.

Häufig gestellte Fragen zum Gasteiner Heilstollen

Was ist der Gasteiner Heilstollen?

Der Gasteiner Heilstollen ist ein Therapiesystem im Radhausberg bei Bad Gastein. Dort wird unter medizinischer Begleitung Radontherapie eingesetzt.

Wie läuft eine Einfahrt in den Gasteiner Heilstollen ab?

Nach Anmeldung und ärztlicher Untersuchung fahren Gäste mit dem Stollenzug rund zwei Kilometer in den Berg. Im Therapiebereich ruhen sie auf Liegen und lassen Wärme, Luftfeuchtigkeit und Radon auf sich wirken.

Was ist eine Radontherapie?

Die Radontherapie kombiniert natürliches Radon, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Sie wird im Gasteiner Heilstollen medizinisch begleitet eingesetzt.

Für wen ist der Heilstollen in Gastein geeignet?

Der Heilstollen kann für Menschen interessant sein, die eine Kur, Schmerztherapie oder einen Gesundheitsurlaub in Gastein planen. Ob eine Einfahrt für Sie geeignet ist, prüft ein Arzt vor Ort.

 

Was sollte man zur Heilstollen-Einfahrt mitbringen?

Empfohlen werden Handtuch, Bademantel, Badebekleidung und Badeschuhe. Gegen Gebühr können diese Utensilien auch im Heilstollen ausgeliehen werden.

Kann man den Gasteiner Heilstollen zuerst ausprobieren?

Ja, für Gäste ohne Erfahrung mit dem Heilstollen gibt es Kennenlern-Einfahrten. Sie bieten eine gute Möglichkeit, das besondere Klima im Berg erstmals zu erleben.