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Die Thermalquellen von Bad Gastein

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Das Wichtigste zum Gasteiner Thermalwasser im Überblick

  • Temperatur: rund 46,4 °C
  • Quellen: 18 Thermalquellen in Bad Gastein
  • Tägliche Schüttung: rund fünf Millionen Liter Thermalwasser
  • Ergiebigste Quelle: Elisabethquelle mit rund 2.518 Kubikmetern pro Tag
  • Besonderheit: natürliche Anreicherung mit Mineralien und Radon
  • Nutzung: Therapiezentren, Kurhäuser, Hotels und Thermen in Gastein

Wo entspringt das Thermalwasser in Bad Gastein?

Die Thermalquellen von Bad Gastein liegen am Fuße des Graukogels in direkter Umgebung des Gasteiner Wasserfalls. Aus diesen Quellen wird das heiße Thermalwasser gefasst und weitergeleitet. Für die Nutzung sind vor allem Lage, Schüttung und Weiterleitung entscheidend – und einige Quellen spielen dabei eine besonders wichtige Rolle.

Franz-Josef-Quelle: 160 Meter tief in den Berg

Der Stollen zur Franz-Josef-Quelle ist rund 160 Meter lang. Mit jedem Schritt steigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Am Ende des Stollens tritt das Thermalwasser an insgesamt 27 Austrittsstellen direkt aus dem Felsen aus.

Die Bedingungen sind extrem. Im hinteren Bereich liegt die Luftfeuchtigkeit bei 100 Prozent. Die Lufttemperatur erreicht etwa 45 Grad Celsius. Für Gäste und Besucher*innen sind solche Stollen daher nicht zugänglich. Für die Wasserversorgung von Bad Gastein sind sie aber zentral.

Elisabethquelle: die ergiebigste Thermalquelle Gasteins

Eine der bedeutendsten Quellen ist die Elisabethquelle in Bad Gastein. Sie liegt unterhalb des Hotels Straubinger, nahe dem Quellpark. Mit rund 2.518 Kubikmetern Wasser pro Tag ist sie die ergiebigste Thermalquelle des Ortes.

Aus ihrem Fördervolumen wird auch die Thermalwasserleitung nach Bad Hofgastein gespeist. Täglich gelangt so rund eine Million Liter Thermalwasser in den Nachbarort.

Wie gelangt das Thermalwasser in die Thermen?

Nach der Fassung in den Quellen wird das Thermalwasser in einen Pumpbehälter am Fuße des Wasserfalls geleitet. Von dort gelangt es in zwei Hochbehälter. Anschließend wird es an Thermen, Kurhäuser und Hotels verteilt, beispielsweise an die Alpentherme oder die Felsentherme.

Die Qualität des Gasteiner Thermalwassers wird darüber hinaus regelmäßig kontrolliert. Zuständig sind hierfür insbesondere das Forschungsinstitut Gastein und die Salzburg AG.

Ein besonderer Nebeneffekt: Unter den Straßen verlaufen Thermalwasserleitungen.

Entstehung des Thermalwassers in Bad Gastein

Und wie kommt das Gasteiner Thermalwasser nun eigentlich zustande? Es entsteht durch einen natürlichen Kreislauf: Schmelz- und Regenwasser versickern am Nordrand der Hohen Tauern. Über Klüfte gelangt das Wasser tief ins Erdinnere. Dort erwärmt es sich. Aufgrund des erhöhten Drucks steigt es wieder auf, kühlt ab und sinkt erneut in tiefere Gesteinsschichten.

Bei diesem langen Prozess lösen sich Mineralien aus dem Gestein. Durch den Zerfall von Radiumsalzen entsteht außerdem Radon.

Nach mehreren hundert bis tausend Jahren findet das Wasser entlang von Erzadern seinen Weg zurück an die Oberfläche – und tritt in Bad Gastein als heißes Thermalwasser aus dem Berg.

Mehr über die Entstehung und Wirkung des Gasteiner Thermalwassers sehen Sie in diesem Video.

Nutzung des Gasteiner Thermalwassers im Laufe der Geschichte

Geschichtliche Forschungen zeigen: Bereits in frühchristlicher Zeit dürfte das Thermalwasser in Gastein zu Heilzwecken genutzt worden sein. Den ersten Badebetrieb gab es schon im Jahr 1350. Damals wurde das Thermalwasser noch über hölzerne Leitungen und durch natürliches Gefälle in die Badehäuser geleitet.

Mit dem Bau der Thermalwasserleitung von Bad Gastein nach Bad Hofgastein im Jahr 1828 konnte das Wasser schließlich auch im Nachbarort genutzt werden. Damit wurde es zu einem zentralen Teil der regionalen Entwicklung.

Bis heute wird das Gasteiner Thermalwasser für unterschiedliche Gesundheits- und Regenerationsanwendungen genutzt. Dazu zählen unter anderem:

Häufig gestellte Fragen zu den Thermalquellen in Gastein

Was ist der Unterschied zwischen Thermalwasser und normalem Wasser?

Thermalwasser stammt aus tiefen Gesteinsschichten und ist natürlich erwärmt. Das Gasteiner Thermalwasser enthält zusätzlich Mineralien und natürliches Radon.

Welche Rolle spielt das Thermalwasser für Gastein?

Das Thermalwasser ist das Herzstück des Gasteinertals und prägt die Region seit Jahrhunderten als Kur- und Gesundheitsstandort. Es bildet die Grundlage für die Thermen, Wellnessangebote und den ganzjährigen Gesundheitstourismus in Gastein.

 

Wo kann man Anwendungen mit Thermalwasser in Gastein selbst ausprobieren?

Thermalwasser wird in Thermen, Hotels, Therapiezentren und Kurhäusern genutzt. Besonders bekannt sind Anwendungen in Verbindung mit Wärme, etwa zur Regeneration oder im Zuge von Kuraufenthalten.

Kann man die Thermalquellen selbst besichtigen?

Einige Bereiche rund um die Quellen sind sichtbar, viele Anlagen liegen jedoch im Berginneren und sind nicht öffentlich zugänglich.

Was passiert mit dem Thermalwasser nach der Fassung in den Quellen?

Das Wasser wird gesammelt und kontrolliert über Leitungen an Thermen, Hotels und Therapiezentren in Bad Gastein und Bad Hofgastein verteilt.

 

Ist Thermalwasser für jeden geeignet?

Thermalwasser-Anwendungen sollten individuell gewählt werden. Bei gesundheitlichen Fragen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.